Oct 09, 2019

Von Fulbright in die Start-up-Szene

Von Dario Zimmerschied & Eric Heintze

Zur Reunion trafen sich die Leaders in Entrepreneurship von 2018, zu denen auch Dario Zimmerschied zählt, im Kletterwald am Gederner See.

Im März 2018 reiste ich gemeinsam mit 23 anderen Studierenden von Frankfurt nach Baton Rouge, Louisiana. Das dortige Ziel, die Louisiana State University, sollte für die nächsten drei Wochen unser Zuhause sein. Über das „Leaders in Entrepreneurship“ Programm von Fulbright erhielten wir die Gelegenheit, einmal einen US-amerikanischen Universitätscampus mit eigenen Augen zu sehen und dort einiges über die Themen Start-up, Entrepreneurship, den amerikanischen Universitätsalltag und die dortige Kultur zu lernen.

Dario beim Besuch des NASA Stennis Space Centers. Im Hintergrund ist die S-IC Stufe einer Saturn V Rakete zu sehen.

Im Laufe der drei Wochen besuchten wir an der Universität neben Theorieveranstaltungen von verschiedenen Professoren zum Thema Entrepreneurship auch verschiedene Start-ups aus den unterschiedlichsten Bereichen. Solche waren Firmen, wie eine Schnapsbrennerei, eine Haarpflegeprodukt- und Kunststoffspritzgussfirma, aber auch große, über viele Jahre etablierte Firmen, wie BASF und NASA. Im Zuge der Firmenbesuche erhielten wir die Möglichkeit, durch die Gründer und Mitarbeiter einiges über deren Produkte, aber vor allem auch die Entscheidung zu gründen zu erfahren.

Ein weiteres Highlight des Aufenthalts war das „Start-up Weekend“. Dort galt es in zwei Tagen mit einem bunt gemischten Team aus verschiedensten Ingenieurs- und Wirtschaftsstudiengängen eine Idee zu einem imaginären Start-up auszuarbeiten, Prototypen zu entwickeln und das Unternehmen am Ende vor einer Jury zu pitchen.

Fulbright Alumnus Eric Heintze beim Lacrosse-Spiel in Oregon.

Zurück in Deutschland ließ mich das Thema Start-up nicht mehr los und ich suchte auch an der Universität Stuttgart solche Angebote. Leider fand ich nichts Vergleichbares und stellte fest, dass die Universität Stuttgart in Sachen Start-up-Förderung noch einiges aufzuholen hat. Doch meine Anfrage blieb nicht ungehört und so wurde ich kurze Zeit später von Eric Heintze kontaktiert, der Mitstreiter für die neue Gründungsinitiative „Let US start!“ suchte. Ziel des Projektes ist es, den Gründergeist am Campus zu beleben. Wo neue Dinge entstehen, ist der Geist von Fulbright meist nicht weit. So stellte sich heraus, dass Eric nicht nur promovierter Physiker und Gründer, sondern auch Fulbright Alumnus ist. Durch das Fulbright Reisestipendium kam auch er das erste Mal mit dem Thema während seines Auslandsjahres 2007 an der University of Oregon in Berührung. Damals wollte er nach Oregon, um dort sein Wissen in Quantenoptik zu vertiefen, aber auch um seiner Leidenschaft Lacrosse nachzugehen. So wurde er Teil des Oregon Lacrosse Teams und erfuhr, wie es ist, Teil dieser Kultur in den USA zu sein. Lernen, Trainieren und Reisen ermöglichten ihm einzigartige Erfahrungen. Doch neben Physik und Lacrosse besuchte er auch das berühmte Charles Lundquist College for Business, wo er das erste Mal mit dem Thema unternehmerisches Denken in Berührung kam. Zurück in Deutschland wurde Eric nicht nur einige Jahre später Teil und Kapitän des deutschen Lacrosse Nationalteams, sondern auch selbst zum Gründer. So gründete er nach seiner Promotion „Coral Innovation“, ein Start-up, das künstliche Intelligenz für das Technologiescouting einsetzt. Seine Begeisterung für das Thema Start-up ist bis heute ungetrübt - daher wollten wir gemeinsam „Let US start!“ nutzen, um die Universität Stuttgart in der Start-up Landschaft zu etablieren. Zusammen fanden wir weitere Mitstreiter, um als Team das Projekt „Let US start!“ ins Leben zu rufen und zu formen.

Kern von „Let US start!“ ist es gemeinsam eine nachhaltige, interdisziplinäre und vielfältige Gründungskultur zu schaffen, die sich über Austausch und Teamgeist definiert. Das sind die fundamentalen Werte, welche uns auch in Fulbright immer wieder begegnet sind. Durch Workshops, Hackathons, Gründungskurse und Meetups sowie eigene Räumlichkeiten geben wir diese Werte zusammen mit dem Start-up-„Spirit“, der uns in den USA begeistert hat, weiter. Das Programm bietet zahlreiche Angebote vom Ausprobieren bis hin zum individuellen Start-up-Coaching an und hatte alleine im letzten Semester bereits 350 Teilnehmer. Dieses Wintersemester soll es noch stärker ausgebaut werden und wir hoffen, viel für eine nachhaltige Gründerkultur in Stuttgart beizutragen.

Von Zeit zu Zeit schauen wir zurück und sind stolz, dass wir nun den Geist von Fulbright, von dem wir beide so viel profitiert haben und der uns als Personen geformt hat, weitergeben können.

Unternehmergeist kann ansteckend sein!

Eine Bewerbung für das Leaders in Entrepreneurship Programm 2020 ist noch bis zum 22. Oktober 2019 möglich. Informationen zu diesem Programm und zur Ausschreibung finden Sie hier.

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