Jan 11, 2019

Studieren zwischen Hollywood, Palmen und Sonne

Von Christian Siee

Christian (li.) mit Freunden in L.A.

Schon mein ganzes Leben lang habe ich eine Leidenschaft für Filme und einzigartige Geschichten. So ging mit dem Studium in Kalifornien ein großer Traum für mich in Erfüllung. Mein Studium der “Cinema and Television Arts” an der California State University Fullerton bei Los Angeles, dem weltweiten Zentrum großer Filmproduktionen und Herz der amerikanischen Filmindustrie, ist für mich eine große Bereicherung.

Studieren in Kalifornien

Die Cal State Fullerton bietet sehr viele interessante Kurse in meinem Fachbereich Film an und ich habe bereits in den ersten Monaten hier viel über die amerikanische Film- und Fernsehindustrie gelernt. Das Studium in den USA unterscheidet sich durch viele Hausaufgaben, wöchentliche Abgaben und regelmäßige “Quizzes” stark vom deutschen Studium.

Der Campus Fullerton ist sehr schön, denn viele Palmen und große Bäume prägen das Bild. Neben einem modernen Fitnessstudio werden etliche Clubs und Societies zu den unterschiedlichsten Hobbys und Sportarten angeboten.

Strand und Palmen in Kalifornien

Schon in den ersten Monaten habe ich gemeinsam mit Kommilitonen einen Kurzfilm produziert, bei dem ich als Production Designer das Szenenbild verantwortet habe, jegliche Requisiten und Kostüme für die Schauspieler besorgt und viele Gegenstände designt und gebastelt habe. Kreativ herausfordernd und manchmal anstrengend waren die Vorbereitungen. Die Drehtage waren eine großartige Erfahrung. Ein besonderes Erlebnis war auch unser Casting in den “Hollywood Casting & Film”-Studios, bei dem wir, neben professionellen Agenturen, echte Schauspieler in Hollywood gecastet haben.

Weitere Highlights meines Studiums sind die Kurse, bei denen wir wöchentlich mit erfahrenen Persönlichkeiten aus der Industrie ins Gespräch kommen. Persönlich oder per Live-Video geben uns erfolgreiche Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten oder Präsidenten sowie Geschäftsführer berühmter Filmstudios, Agenturen oder Sender einen Einblick in ihren Alltag und die Branche. Spannend war unter anderem die Vorlesung mit dem Regisseur von “Game of Thrones” und “The Walking Dead”.

Dank der Nähe zu Hollywood und unserer großartigen Professoren, die bestens vernetzt sind, lerne ich wirklich viel. Alle Professoren haben lange erfolgreich in der Branche gearbeitet und ich empfinde sie überwiegend persönlich, nahbar und engagiert ihren Studenten etwas für den beruflichen Weg mitzugeben. Dazu bekommen wir auch regelmäßig Einladungen zu den Screenings und Premieren neuer Filme und Serien. Film hat in Kalifornien einen sehr großen Stellenwert und die Kinos sind wahre Filmpaläste - Orte in denen der Film zelebriert wird. Charme der 30er Jahre trifft auf moderne Leinwände. Als Filmstudent mischt sich mein privates und berufliches Interesse oft. Die Red Carpet Premiere der neuen Streaming-Serie “First Man” von Hulu war ein großes Erlebnis und ich stand nur wenige Meter von Sean Penn!! Mein erster Hollywood-Star, definitiv ein Highlight!

Palm Springs Dessert

Zum Leben in Kalifornien

Schon jetzt ist es vermutlich die beste Zeit meines Lebens. Bei meiner Anreise kam ich mir vor wie im Film, denn es ist einfach genau so wie man es sich vorstellt: Tausende Palmen, blauer Himmel, lange Strände und vor allem eines: Sonne, Sonne, Sonne. Ich schaue schon gar nicht mehr nach dem Wetterbericht, denn auf eines kann man sich hier verlassen: Die Sonne. Ein Regenschauer vor einiger Zeit war da schon fast ein Erlebnis.

Gemeinsam mit zwei Amerikanern und dem Fulbrighter Jakob wohne ich direkt gegenüber des Campus, wodurch ich zu meinen Vorlesungen laufen kann. Unser Apartment hat einen hauseigenen Pool und Jacuzzi, den wir gerne zum abendlichen Ausklang nutzen.

An den Wochenenden machen wir so oft wie möglich Ausflüge oder fahren mit dem Auto, welches hier wirklich unverzichtbar ist, gerne an die Strände. Huntington, New Port oder Laguna Beach sind ganz in der Nähe.

Ein tolles Erlebnis war ein Ausflug in das Agua Caliente Indian Reservation bei Palm Springs. Es war mein erstes Mal in der Wüste - 36 Grad bei strahlend blauem Himmel, so sind wir den Andreas Canyon Trail gewandert. Ich empfand die Landschaft mit vereinzelten Palmen und einem Bach in den ewigen Weiten wirklich beeindruckend. Tipp: Ihr könnt in einer Wüste nie zu viel Wasser mitnehmen. Bei Nacht haben wir uns dann, abseits jeglicher Lichter der Straßen oder Städte, inmitten der bergigen Wüstenlandschaft, die Sterne des Nachthimmels angeschaut. Ohne Worte.

Sehr gefreut habe ich mich auch über den Besuch von Steffen aus San Diego, den ich beim Fulbright-Seminar in Berlin kennengelernt habe. Wir sind zur berühmten Late Night Talkshow “Jimmy Kimmel Live!” auf den Hollywood Boulevard gegangen und haben in einer Rooftop-Bar, mit Blick über die Stadt, zu Abend gegessen. Mein Besuch bei ihm und anderen Freunden von Fulbright ist bereits fest eingeplant.

Trotz des sehr beschäftigten Unialltags empfinde ich meine Zeit hier als eine tolle Mischung aus Alltag und Urlaub. Ich schätze mein Leben im Land der Sonne sehr. Besonders glücklich machen mich die täglichen goldenen Sonnenuntergänge, vor allem am Meer - wenn die Sonne im Pazifik versinkt. Ein Klassiker in Kalifornien ist es im Anschluss an einen Ausflug einen Burger bei den In-N-Out-Restaurants zu vertilgen (sehr zu empfehlen).

Es ist schön, dass in den ersten Monaten eine kleine Gemeinschaft unter Internationals und Amerikanern entstanden ist. Man sieht sich regelmäßig auf Parties oder gemeinsamen Ausflügen wieder. Neben dem Alltag in den USA lerne ich, durch den Kontakt mit anderen Internationals aus aller Welt, auch viel über andere Kulturen.

Ich bin dankbar für all die glücklichen Momente und Begegnungen der letzten Monate und freue mich unglaublich auf alles, was noch kommen mag. 

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