Feb 05, 2018

Post aus Princeton

Von Elise Eckardt

Elise (hintere Reihe, 3.v.r) mit der Sportgruppe "Princeton Global Fitness" nach einem Workout auf den sog. "Rocky Steps" des Philadelpia Museum of Arts (Philadelphia, Pennsylvania).

„Working hard for something we don't care about is called stress; working hard for something we love is called passion.” (Simon Sinek, Columbia University)

Zum Beginn des Spring Semester möchte ich mich erneut bei Ihnen für die großzügige Unterstützung meines Auslandsstudiums am Princeton Theological Seminary bedanken und Sie an meinen bisherigen Abenteuern teilhaben lassen. Das zurückliegende Semester war ein Stück harter akademischer Arbeit, unzählige Stunden verflogen in den wunderschönen und unvergleichlich gut ausgestatteten Bibliotheken der Princeton University und neben der Sprachbarriere galt es auch die Hürden des Kulturschocks zu überwinden. Es war aber vor allem ein Semester voller Passion für neue theologische Perspektiven und Liebe für das Studium in Princeton, das mir durch ihre Zuwendung möglich ist.

Die Kurse am Theologischen Seminar sind erfrischend innovativ und visionär und ich freue mich darauf, im nächsten Semester meinen Horizont durch einen soziologischen Kurs an der Universität zu erweitern. Ich habe das große Glück, gute Freunde gewonnen zu haben, die jeden Alltag in ein buntes Farbenspiel verwandeln. Wir machen viel Sport gemeinsam, ein wohltuender und notwendiger Ausgleich, und gehen auf Abenteuertouren, z.B. zu den Niagarafällen, nach Chicago, New York City und Philadelphia. Wir reden über die Herausforderungen der Politik, über heimliche Befürchtungen und sehnsüchtige Wünsche, über große Worte und kleine Dinge, über Friede und Gerechtigkeit, Gleichheit und Identität und dann wieder über den Eiskremladen um die Ecke, den wir regelmäßig frequentieren. Wir lernen aneinander was es heißt miteinander zu leben, wir versuchen uns an Interdependenz wo andere die Lösung in Independenz sehen wollen, wir streiten für internationale Zusammenarbeit, und sei es nur beim Aufwasch. Wir schweigen, weil mir die passende Vokabel fehlt und geteilte Passion keine Worte braucht, nur Augenblick. Es ist gerade die Zeit in Gemeinschaft, die dieses Auslandsstudium vergolden und mich lehren, dass Völkerverständigung mit dem Namen der jeweils Nächsten beginnt.

In Erinnerung an das Berlin Seminar 2017 teile ich diesen Fulbright-Spirit, eine gemeinsame Vision für Gemeinschaft und Erfindergeist, akademischer Zusammenarbeit und der Passion für gegenseitige Verständigung, die jede Barriere überwinden lernt.

Herzlichen Dank an die Fulbright-Kommission für ihre Begleitung!


Elise Eckardt ist Fulbright Reisestipendiatin 2017/18. Als Austauschstudentin der Universität Tübingen studiert sie Evangelische Theologie am Princeton Theological Seminary und ist Gasthörerin am Department für Sozologie der Princeton University, New Jersey. Ihre Studien konzentrieren sich im Besonderen auf die Identitätsbildung der christlichen Gemeinschaft und deren Auswirkungen auf die kirchliche Ökumenik. 



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