Amerika, welch ein Erlebnis
von Dureid Qazzazie

- Teilnehmer des European Student Leaders Programms in New York City
Fünf Wochen in Amerika, sie sind vorbei. Sie vergingen schnell, leider zu schnell. In diesem Bericht werde ich versuchen mein unvergessliches Erlebnis in den USA in Worte zu fassen.
Das Programm an der Drexel-University in Philadelphia diente zur Verbesserung unserer Führungs- und Kommunikationsfähigkeiten, zur Verbesserung unserer Englischkenntnisse und selbstverständlich um uns die Vielfältigkeit, die Verschiedenheit der amerikanischen Gesellschaft (American Diversity) zu zeigen. Das geschah durch die intensiven Unterrichtsstunden in den verschiedenen Kursen, die wir hatten.
Unter der Woche besuchten wir Kurse von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr, natürlich mit Mittagspause. Außerdem bekamen wir viele Hausaufgaben, wir waren richtig beschäftigt und lernten jeden Tag viele neue Dinge. Dazu kam ein wenig Sozialarbeit, einmal wöchentlich. Zum Beispiel waren wir drei Mal in einem großen Essenslager, wo man Essen unter armen Menschen und einkommensschwachen Familien verteilt und wir haben freiwillig bei der Verpackung des Essens geholfen.

- Dureid vor dem Capitol in Washington D.C.
Wir haben die amerikanische Gesellschaft nicht nur durch Bücher und Unterricht kennen gelernt, sondern auch durch Kulturstätten, Museen und vor allem andere Städte wie Washington D.C. und New York City, die wir besucht haben.
Washington, eine Stadt, die mich durch ihre Schönheit und Sauberkeit wirklich beeindruckt hat. Wir haben einige Sehenswürdigkeiten wie das Capitol besucht. Ein Meisterwerk, das mich an die St. Peter Kathedrale im Vatikan erinnert hat. Auch besuchten wir das Weiße Haus, das Washington-Monument, die Lincoln-Statue und den Platz, wo Martin Luther King seine legendäre Rede „I have a dream“ vor hunderttausenden Menschen gehalten hat.

- ...und der Freiheitsstatue in NYC
Das große Highlight war New York. Zunächst ging es zu Ellis Island und zur Freiheitsstatue. Am nächsten Tag besuchten wir die UN. Das waren tolle und vor allem interessante Besuche. New York ist eine Stadt, die nie schläft. New York ist unbeschreiblich, eine unglaubliche Stadt, so was kenne ich nur aus den Filmen und ich habe es selbst erlebt. Ich möchte New York wieder sehen. Ein anderes unvergessliches Erlebnis war der Aufenthalt bei der Mennonite-Familie. Unsere Gastfamilie war sehr nett, das war eine tolle Zeit. Wir wären gerne länger mit ihnen geblieben. Die Eltern hatten neun Kinder!
Die Amerikaner sind ganz nette Menschen. Ich rede nicht nur von meiner Gastfamilie, sondern auch von uns fremden Menschen, die wir auf der Straße oder sonst irgendwo trafen. Amerika ist nicht gleich Bush. Leider haben wir in Europa ein falsches Bild von den Amerikanern, bedingt durch die Medien.

- Dureid mit seiner amerikanischen Gastfamilie
Aber das Schönste an der Reise waren die 18 wunderbaren Menschen aus sieben verschiedenen europäischen Ländern, mit denen ich die fünf Wochen in den USA verbracht habe. Unsere Gruppe war sehr international. Norwegen, Frankreich, Holland, Spanien, Dänemark, Irland, England und natürlich Deutschland waren vertreten. Außerdem haben viele von ihnen verschiedene Migrationshintergründe wie Türkei, Iran, China, Marokko oder Pakistan. Da trafen viele Kulturen aufeinander, was natürlich gut zu den USA passte. Dabei habe ich viel über die anderen Kulturen gelernt. Wir sind wie eine Familie geworden und ich vermisse sie jetzt alle sehr. Ich möchte nicht daran denken wie viele Tränen beim Abschied geflossen sind, pure Emotionen sowohl bei den Mädchen als auch bei den Jungs. Ich habe 18 Geschenke bekommen. Ich habe jetzt 18 neue Freunde.
An dieser Stelle möchte ich der Fulbright-Kommission ein dickes Kompliment aussprechen und für diese tolle Auswahl gratulieren. Auch möchte ich mich ganz herzlich bei der Fulbright-Kommission dafür bedanken, dass ich ein Teil dieser Gruppe sein durfte und freue mich jetzt schon sehr auf die Reunion.
Der irakischstämmige Dureid Qazzazie studiert Mikrosystemtechnik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Information über die "Diversity"-Initiative
